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08. Dezember 2006 Begehrtes Früchtchen
Die Blaue Lupine, die in Mecklenburg-Vorpommern auf einer Fläche von rund 700 Hektar angebaut wird, war Thema einer Tagung, die in dieser Woche im Hotel Neptun stattfand. Die proteinhaltige Pflanze, die bislang vorwiegend als Tierfutter verwendet wurde, gewinnt für die menschliche Ernährung an Bedeutung.
Warnemünde
Sich gesünder ernähren, das ist ein Thema, das viele Menschen interessiert und das dadurch für Unternehmen interessant ist. Bei der Ernährung spielt das pflanzliche Eiweiß eine wichtige Rolle. Zunehmend wird es aus einheimischen Blauen Lupinen gewonnen, da es gegenüber den teuren Soja etliche Vorteile habe. Es sei einfacher zu verarbeiten, und es könne zudem, so zeigen Tierstudien, den Blutfettspiegel deutlich beeinflussen, sagte Klaus Müller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik im bayrischen Freising auf einem Innovationsforum in Warnemünde. In Kürze seien auch Human-Studien geplant.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Blaue Lupine inzwischen auf einer Fläche von 7000 Hektar angebaut wird, haben Firmen aus der Lebensmittelbranche großes Interesse an den Zuchterfolgen, sagt Dr. Fred Eickmeyer von der Saatzucht Steinach GmbH, die zwei Zuchtstationen in Mecklenburg-Vorpommern und eine in Bayern betreibt. Ziel ist es, die Bitterstoffe in der Pflanze weiter zu verringern, den Ertrag zu verbessern, den Proteingehalt zu erhöhen und die Lupine auch im ökologischen Anbau gegen Krankheiten zu kräftigen.
Erste Versuche, die heimische Pflanze in der Lebensmittel- industrie zu verwenden, gibt es bereits. Gerhard Kloth berichtete, dass am Standort Ribnitz-Damgarten Lupineneiweiß gemeinsam mit kaltgepresstem Rapsöl bei der Speiseeisproduktion verwendet wird. Angeboten wurde das Bio-Eis bereits in Hofläden und auf der grünen Woche in Berlin. 2007 wolle man eine Pilotproduktionsanlage errichten, in der pro Tag 35 Kilogramm reines Protein produziert werden sollen. Zugleich hoffe man, dass die Lupinenzüchter im Interesse des Geschmacks "noch etwas leisten" und den Eiweißgehalt weiter erhöhen. Die Grabower Süßwaren GmbH prüft den Einsatz in der Füllung ihrer "Küsschen", und die Greifenfleisch GmbH will testen, ob der Einsatz von Lupineneiweiß ihre Würstchen noch knackiger machen.
Auf dem Innovationsforum, das vom Bundesforschungsministerium unterstützt wurde, haben Züchter und Lebensmittelhersteller ein Netzwerk rund um die Blaue Lupine gegründet.
Von Sabine Schubert
Quelle: Norddeutsche Neueste Nachrichten
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